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Top 10 Windmühlen in Portugal

Portugal hat eine eigenständige Windmühlentradition, die sich deutlich von der nordeuropäischen unterscheidet. Die portugiesische Windmühle — lokal moinho de vento genannt — ist ein kleiner, gedrungener Rundbau aus weißem Kalkputz, mit einem konischen Dach und kurzen, mit Lattenstäben bestückten Flügeln ohne Segeltuch. Diese mediterrane Mühlenform ist in den Küstenregionen des Festlands und auf den Inselgruppen der Açoren und Madeiras verbreitet. Im Gegensatz zu niederländischen oder britischen Mühlen haben portugiesische Mühlen oft keine drehbare Kappe; stattdessen wird das gesamte Kegelförmige Dach gedreht, oder die Flügel sind auf die vorherrschende Windrichtung ausgerichtet.

1. Moinho do Caco, Odivelas / Lissabon

Die Windmühlen von Odivelas, einem nördlichen Vorort Lissabons, sind einige der nächsten erhaltenen historischen Mühlen zur portugiesischen Hauptstadt. Die Moinho do Caco ist restauriert und als Kulturzentrum genutzt. Odivelas hatte einst über 20 Windmühlen auf seinen Hügeln, die die wachsende Hauptstadt mit Mehl versorgten. Die Stadt hat einige dieser Mühlen als Kulturerbe-Route ausgewiesen.

2. Nazaré Sítio, Nazaré (Estremadura)

Das Oberstadt-Viertel Sítio von Nazaré, auf dem Hochplateau über dem berühmten Surfstrand, hat mehrere historische Windmühlen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, von denen einige restauriert sind. Die Lage auf dem Kliff über dem Atlantik ist außergewöhnlich dramatisch. Die Mühlen mahlten Weizen und Mais für die Fischergemeinschaft von Nazaré; die Verbindung von Fischerdorf und Windmühle auf dem Kliff ist ein typisch portugiesisches Bild.

3. São Pedro de Moel, Leiria

Im Küstenort São Pedro de Moel in der Region Leiria, bekannt für seine Pinienwälder und langen Sandstrände, steht eine der schönsten einzelnen Windmühlen Portugals. Sie ist aus weißem Kalkputz, vollständig restauriert, und steht auf einem Hügel mit Atlantikblick. Der Ort ist ein Rückzugsort für Lissaboner; die Mühle ist Teil des lokalen Kulturerbes.

4. Almada, südlich des Tejo

Die Windmühlen von Almada auf dem Südufer des Tejo gegenüber von Lissabon sind eng mit der Geschichte der portugiesischen Hauptstadt verbunden. Almada hatte im 18. Jahrhundert über 40 Windmühlen, die das Mehl für Lissabon produzierten. Heute sind noch einige Türme erhalten, teils in Wohngebäude integriert. Die Comune Almada hat ein Inventar der erhaltenen Mühlenstandorte erstellt.

5. Sintra-Adraga, Sintra

In der Kulturlandschaft von Sintra, die als UNESCO-Welterbe ausgezeichnet ist, stehen auf den Hügeln über dem Atlantik mehrere historische Windmühlenstandorte. Die Mühlen nahe dem Strand von Adraga und auf den Hügeln über Colares gehören zu den am besten eingebetteten Windmühlen Portugals: Kulturlandschaft, Meer und historische Mühle in einem Bild. Das Schutzgebiet Parque Natural de Sintra-Cascais schützt auch diese Mühlenstandorte.

6. Faial, Açoren

Die Insel Faial, bekannt durch ihre blauen Hortensien und den Vulkan Caldeira, hat auf dem Plateau über Horta, der Hauptstadt, mehrere historische Windmühlen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die Açoren-Windmühlen unterscheiden sich von den Festlandsmühlen: Sie sind schlanker, mit einem steileren Dachkegel, angepasst an die atlantischen Windverhältnisse. Mehrere sind vom Instituto Açoreano de Cultura restauriert worden.

7. Pico, Açoren

Die Insel Pico, bekannt durch den gleichnamigen Vulkan und die UNESCO-ausgezeichneten Weinbergsmauern, hat ebenfalls historische Windmühlen auf seinen Hügelkuppen. Die Verbindung von Weinbau in den lavateinischen Mauern und Windmühlen auf den Hügeln macht Pico zu einer ungewöhnlichen kulturellen Landschaft. Die Mühlen sind teilweise restauriert.

8. Madeira

Die Insel Madeira ist für Terrassen-Weinbau und üppige Vegetation bekannt, nicht für Windmühlen. Dennoch gibt es auf den windigen Hochlagen des Inselinneren einige historische Windmühlenstandorte, die im lokalen Kulturerbeinventar verzeichnet sind. Die Mühlen auf Madeira sind klein und wurden hauptsächlich für die Gemeindeversorgung mit gemahlenem Mais (Broa-Brot) gebaut.

9. Vila Viçosa, Alentejo

Das Alentejo, Portugals weites Hochland zwischen Lissabon und der Algarve, ist eine der klassischen Windmühlenregionen des Landes. In Vila Viçosa, bekannt durch seinen Marmorabbau und das herzogliche Schloss, stehen mehrere restaurierte Windmühlen auf den Hügeln über der Stadt. Die Alentejo-Mühlen haben breite, geduckte Türme und sind oft direkt an Wanderwegen gelegen.

10. Sardoal, Ribatejo

Das kleine Dorf Sardoal in der Region Ribatejo hat auf seinen Hügeln eine ungewöhnlich gut erhaltene Gruppe von vier Windmühlen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, von denen zwei restauriert sind. Sardoal ist wenig bekannt, aber die Mühlen sind außerordentlich gut erhalten und zeigen die typische Form der iberischen Mittellandmühle mit ihren kurzen Lattenstabflügeln und weißen Kalkputztürmen.

Portugiesische Mühlenkultur und Ethnologie

Die portugiesische Windmühle ist mehr als eine Maschine: Sie ist ein prägendes Element der Kulturlandschaft und taucht in Volksmusik, Fayence-Kacheln (Azulejos) und der Nationalliteratur auf. Das Ethnographische Museum in Lissabon (Museu Nacional de Etnologia) bewahrt mehrere dokumentierte Mühlentechniken und Werkzeuge. Die Mühlenforschung in Portugal wird von der Associação Portuguesa de Amigos dos Moinhos koordiniert.

Vom Lesen zum Planen

Portugiesische Windmühlen sind auf der interaktiven Karte nach Region filterbar. Eine Route Lissabon-Sintra-Nazaré-São Pedro de Moel entlang der Westküste verbindet die bedeutendsten Standorte.