Top 10 Windmühlen in Griechenland
Die griechischen Windmühlen gehören zu den bekanntesten Bildmotiven des Mittelmeers: weiß gekalkte Steintürme, schlanke Holzflügel, azurblaues Meer im Hintergrund. Ihre Geschichte ist älter als die Postkarte: Die meisten datieren aus dem 16. bis 18. Jahrhundert und gehen auf venezianischen oder osmanischen Einfluss zurück. Venedig kontrollierte von der Mitte des 13. bis zum späten 17. Jahrhundert große Teile der griechischen Inselwelt und brachte nordeuropäisches Mühlenwissen mit. Die griechische Windmühle ist eine Steinkegelmühle (konischer Turm, drehbare Holzkappe), die fast ausschließlich für das Mahlen von Getreide gebaut wurde.
1. Kato Mili, Mykonos
Die fünf erhaltenen Mühlen auf dem Kato-Mili-Hügel am südlichen Eingang der Mykonos-Altstadt sind die bekanntesten Windmühlen Griechenlands. Von ursprünglich 16 Mühlen, die im 16. Jahrhundert unter venezianischer Herrschaft errichtet wurden, sind heute noch 7 Türme vorhanden, von denen 5 vollständig erhalten sind. Die Mühlen mahlten Weizen für die Inselbevölkerung; eine der Mühlen ist als Volkskundemuseum eingerichtet. Die goldenen Abendstunden, wenn die untergehende Sonne die weißen Türme rötlich färbt, machen diesen Standort zu einem der meistfotografierten Europas. Die Mühlen stehen unter Denkmalschutz des griechischen Kulturministeriums.
2. Lasithi-Plateau, Kreta
Das Lasithi-Plateau in der Präfektur Lasithi auf Kreta, rund 800 Meter über dem Meeresspiegel, war bis in die 1970er Jahre für seine Tausende von Windpumpen bekannt: weißen Stoffsegeln auf einfachen Holzgestellen, die Grundwasser für die intensive Gemüseproduktion pumpten. Einst standen hier bis zu 10.000 dieser primitiven Windanlagen; heute funktionieren nur noch wenige Dutzend. Die historischen Steintürmchen für Getreidemühlen sind auf den umliegenden Hügeln zu sehen. Das Plateau ist ein geschütztes Kulturlandschaftsdenkmal.
3. Astypalaia: Acht Mühlen auf dem Kastro-Hügel
Die Insel Astypalaia, eine der westlichsten Dodekanesinseln, hat auf dem Hügel unter dem venezianischen Kastro eine Reihe von acht Windmühlen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Mehrere sind vollständig erhalten und restauriert. Die ungewöhnliche Schmetterlingssform der Insel (zwei Halbinseln, durch einen schmalen Isthmus verbunden) erzeugt besondere Windverhältnisse. Die Mühlen sind für Besucher zugänglich und Teil der offiziellen Kulturerbe-Route der Insel.
4. Olympos, Karpathos
Das Bergdorf Olympos auf der langen Insel Karpathos zwischen Kreta und Rhodos ist berühmt für die Bewahrung alter Sitten und Trachten. Mehrere Windmühlen an den Hängen über dem Dorf sind noch in Betrieb und werden von den Dorfbewohnern für das Mahlen von eigens angebautem Gerste genutzt. Olympos ist eine der wenigen griechischen Gemeinschaften, in denen die Windmühle noch eine lebendige Alltagsfunktion hat. Das Dorf und seine Mühlen stehen unter besonderem kulturellen Schutz.
5. Patmos: Mühlen über dem Heiligen Hafen
Patmos, die Insel der Apokalypse und des heiligen Johannes, hat auf dem Hügelrücken zwischen der Chora (Hauptstadt) und dem Hafen Skala mehrere historische Windmühlen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Sie sind teils restauriert, teils in Ruinenzustand, aber der Standort über dem tiefblauen Hafen ist von außerordentlicher Schönheit. Patmos ist als Pilgerinsel außerordentlich gut besucht; die Mühlen sind Teil einer Kulturlandschaft, die vom griechischen Staat als besonders wertvoll eingestuft wird.
6. Bonis-Mühle, Mykonos
Neben den Kato-Mili-Mühlen ist die Bonis-Mühle nahe der Chora von Mykonos sehenswert: Sie ist vollständig restauriert, hat ihre Flügel mit traditionellem Segeltuch bespannt und ist als Windmühlenmuseum eingerichtet. Besucher können das Innere besichtigen und verstehen, wie eine Griechenland-Mühle funktioniert. Die Mühle ist nach der Familie Bonis benannt, der sie über Generationen gehörte.
7. Imerovigli, Santorin
Auf dem Hügelrücken von Imerovigli, dem höchsten bewohnten Punkt des Santoriner Kalderarandes, steht eine teilrestaurierte Windmühle mit Blick über die gesamte Caldera. Sie stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde für das Mahlen von Weizen gebaut, der auf den vulkanischen Böden der Insel angebaut wurde. Der Standort über dem Steilabfall zur Caldera ist einer der dramatischsten Mühlenstandorte der Welt.
8. Naoussa, Paros
Die Windmühlen bei Naoussa, dem Fischerstädtchen im Norden der Insel Paros, stehen am Hafenrand und sind teilweise restauriert. Paros hatte im 18. Jahrhundert über 20 Windmühlen für die Verarbeitung der lokalen Getreideernte. Die Nähe zum Hafen ermöglichte direkten Import und Export von Getreide und Mehl — ein Handelsmuster, das für alle Kykladeninseln typisch war.
9. Skala, Patmos (Küstenmühlen)
Unterhalb der Chora von Patmos, am Hafen Skala, stehen die Überreste von Küstenmühlen, die für die Versorgung der durchreisenden Handelsschiffe Mehl mahlten. Handelsmühlen direkt am Hafen sind ein wiederkehrendes Muster auf den Ägäis-Inseln: Schiffe luden Getreide, ließen es mahlen und fuhren mit Mehl weiter.
10. Antiparos
Die kleine Insel Antiparos, Nachbarin von Paros, hat auf ihrem Haupthügel mehrere Windmühlenruinen aus dem 17. Jahrhundert, von denen eine teilrestauriert ist. Der Charme von Antiparos liegt in seiner Unbekanntheit: Wer Windmühlen ohne Touristenmassen sucht, findet hier originale Strukturen in stiller Umgebung.
Besuch griechischer Windmühlen
Griechische Windmühlen sind überwiegend im Freien und kostenlos zugänglich; offizielle Führungen gibt es selten. Die beste Jahreszeit ist Frühling und Herbst, wenn die Touristenmassen ausbleiben und die Inseln klares Licht bieten. Schuhe mit gutem Halt sind für den Aufstieg zu Hügelmühlen empfehlenswert. Auf Mykonos sind die Mühlen auch im Hochsommer besuchbar, aber die Wege sind früh morgens oder spät abends weniger überlaufen.
Wohin zuerst?
Alle griechischen Mühlenstandorte sind auf der interaktiven Karte verzeichnet. Eine Kykladen-Route lässt sich mit Fähren zwischen den Inseln kombinieren.